Bürgerwettbewerb Aidhäuser Märkte

Bürgerwettbewerb „Aidhäuser Märkte“
 
Inge Hahn aus Friesenhausen gewinnt den Wettstreit um Ideen für das künftige gemeindliche Marktkonzept
 
Im Herbst letzten Jahres gedieh die Idee, die historische Bedeutung der Gemeinde als Marktflecken durch neue Märkte wieder aufleben zu lassen. Auf der Suche nach einem überzeugenden Gesamtkonzept waren die Bürger aller Ortsteile in einem Bürgerwettbewerb dazu aufgerufen, Ideen und Vorschläge für Produkte, Stände, Märkte oder ein Rahmenprogramm einzubringen.
Die Resonanz auf diesen Aufruf fiel gemischt aus. Einerseits hatten sich Christine Fesel vom Bürgerbüro und Bürgermeister Dieter Möhring deutlich mehr als die bis zum Stichtag eingegangenen fünf Vorschläge erhofft. Andererseits hatten es diese aber auch in sich: Der Ausschreibung gemäß durfte sich sowohl derjenige beteiligen, der ein regelrechtes Konzept vorlegte, als auch derjenige, der „nur“ mit einer Idee für einen einzigen Stand aufwartete. Die eingereichten Vorschläge, die seit dem 30. März in der Mehrgenerationenwerkstatt ausgehängt waren, bildeten diese große Bandbreite ab.
Andrea Meub aus Friesenhausen entwarf die Idee eines halbjährlichen Marktes rund ums Thema Gärtnern und Ernten. Eine Pflanzenbörse im Frühjahr und ein Erntemarkt im Herbst, beides unter dem schützenden Dach ihrer dekorativ restaurierten Scheune am historischen Dorfladen in Friesenhausen, sollen Besucher in den Ort locken.
Der Vorschlag von Sven Schleyer aus Kerbfeld bearbeitete nicht Ort oder Produkt, sondern einen anderen Aspekt des künftigen Marktkonzepts. Nähen, Töpfern, Filzen, Mixen, Schmieden, Schnitzen, Bogenschießen und viele andere den Verkauf flankierende Angebote für die Besucher – zahlreiche Workshops könnten ein potenzielles Alleinstellungsmerkmal bilden, die die künftigen Aidhäuser Märkte für Besucher auf besondere Weise erlebbar machen.
Auf derselben Grundidee beruhte das von Tamara Schneider aus Kerbfeld entworfene Motto-Marktjahr: Auch bei ihr stand die Erlebbarkeit im Vordergrund. Ein Mittelaltermarkt im Frühjahr, ein Markt unter dem Motto „Viva Italia“ im Sommer, ein Oktoberfest im Herbst und ein Weihnachtsmarkt im Winter sollen den Rahmen für die Vermarktung regionaler Erzeugnisse und Handwerkskunst bilden. Hierzu entwarf sie komplexe verkaufsbegleitende Erlebniswelten, etwa Ritterliches im Frühling (Lagerfeuer, Fackeln, Zelte) oder Italienisches im Sommer (Sommermodenschau, Strandband).
Einen anderen Ansatz wählte Inge Hahn aus Friesenhausen. Attraktive Innenhöfe sollen den Rahmen für Themenwelten jeder Form von „Kunst“ bilden. Der so in allen Ortsteilen denkbare „Hofmarkt der Künste“ soll eine Heimat für Kunsthandwerk, bildende Kunst, Kochkunst, Klangkunst, Schauspielkunst und viele andere Dinge bieten, die man auf hohem Niveau praktizieren oder herstellen kann.
Auf die ausdrückliche Berücksichtigung aller Ortsteile setzte auch der Vorschlag der „Lichtstube Friesenhausen“, hinter der sich eine kleine Gruppe Gleichgesinnter unter dem Dach des Vereins „Besser gemeinsam leben e. V.“ in Friesenhausen verbirgt. Hier wurden bereits bestehende Veranstaltungen oder Besonderheiten der Gemeindeteile aufgegriffen, mit Marktthemen verbunden und mit weiteren Ideen für Märkte quer durchs Jahr angereichert. Im Ergebnis dessen stehen z. B. ein Rottensteiner Krippenmärktchen, ein Nassacher Christbaummarkt oder ein Bauernmarkt in Aidhausen.
Aus all diesen Ideen den besten Vorschlag zu ermitteln, oblag einer fünfköpfigen Jury. Margit Rössler-Döring und Karin Schönewolf aus Friesenhausen, Oskar Schüssler aus Aidhausen und Renate Guthardt aus Nassach arbeiteten sich gemeinsam mit Bürgermeister Dieter Möhring in einer zweistündigen Klausur durch die verschiedenen Vorschläge. Zahlreiche Kriterien sah der im Bürgerbüro ausgearbeitete Bewertungsbogen vor, für die jeder Juror jeweils zwischen einem und drei Punkten vergeben durfte. Ökologischer Wert, Regionalität, Familien-/Generationenfreundlichkeit, Integration aller Ortsteile – nur einige dieser Kriterien.
Aus dem Fördertopf der Dorferneuerung konnte die Gemeinde drei Preisgelder für die Teilnehmer ausloben. Den mit zweihundert Euro dotierten dritten Platz erreichte Tamara Schneiders Marktkonzept. Platz zwei, verbunden mit einem Preisgeld von dreihundert Euro, gewann die „Lichtstube Friesenhausen“. Mit einem recht deutlichen Vorsprung verlieh die Jury schließlich dem Konzept „Hofmarkt der Künste“ von Inge Hahn den mit fünfhundert Euro dotierten ersten Platz.
Bei der feierlichen Preisverleihung am Nachmittag des 16. April nahmen Inge Hahn, Tamara Schneider sowie – für die „Lichtstube Friesenhausen“ – Marija Schad aus Friesenhausen und Regina Kötting aus Rottenstein ihre Preise entgegen. Bürgermeister Dieter Möhring lobte in seiner Laudatio das Engagement aller Teilnehmer und bekräftigte seinen Wunsch, dass sich alle – nicht nur die Preisträger – an der vom Bürgerbüro verantworteten Fortentwicklung der Ideen bis hin zu einem finalen Konzept beteiligen. Für die weitere Arbeit hieran will Christine Fesel vom Bürgerbüro zunächst ein Netzwerk initiieren, aus dem sich ein Arbeitskreis mit der konkreten weiteren Ausformung der Ideen beschäftigen wird. Alle Interessierten sind zur Mitarbeit herzlich eingeladen.
 
Text Y.B.
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