Kiga Happertshausen 25 Jahre

25 Jahre Kita-Neubau Happertshausen
Die Kindererziehung in der Gemeinde Aidhausen ist untrennbar mit dem Ortsteil Happertshausen verbunden. Seit hier zu Beginn des letzten Jahrhunderts die Eheleute Johann und Katharina Hepp zu Ehren ihres im Krieg verschollenen Sohnes eine Wohltätigkeitsstiftung für Kinder gründeten, liegt die Fürsorge für die Jüngsten der Region den Happertshäusern ganz besonders am Herzen. Nun feierten Stiftung, Eltern, Kinder, Mitarbeiter*innen und Gemeinde das 25jährige Jubiläum der Einweihung und Inbetriebnahme des heutigen Kindergartengebäudes.
Vorher   Umbau  Heute
Die Planungen für einen Neubau liefen bereits, als im Jahr 1994 ein verheerender Großbrand im alten Kindergarten schnelles Handeln erforderlich machte. Das durch eine Verpuffung ausgelöste Feuer, so ist im Vorstandsbericht der Hepp’schen Stiftung zu lesen, zerstörte Umkleiden, Toiletten und Turnraum. Die übrigen Räume waren durch Hitze und Ruß stark geschädigt, die Fenster zersprungen und das Spielzeug sowie die bereits fertiggestellten Basteleien für den Osterbasar zerschmort. Die Kinder fanden nach etwa zwei Wochen Zwangsferien übergangsweise Unterschlupf in der ehemaligen Schule, dem heutigen DJK-Heim; neue Spielsachen wurden aus Spenden bereitgestellt.
Mit geschätzten Kosten von rund 1,4 Millionen DM wurde ab Juli 1995 das Neubauvorhaben in Angriff genommen. Die Baumaßnahmen waren keineswegs unumstritten; der geplante Umbau der seinerzeit ruinösen alten Pfarrscheune stieß im Ort auf Widerstand. Die von Architekt Klaus Eiring geplanten Bauarbeiten mündeten schließlich nach gut einjähriger Bauzeit in die von starkem öffentlichem Interesse begleitete Einweihungsfeier am 30.11.1996. Mit großer Freude konnte der seinerzeitige Dekan Werner Vollmuth aus Klaus Eirings Händen den symbolischen Schlüssel der nach seinen Worten früheren „Trümmerstätte“ übernehmen.
Nun also jährte sich diese Einweihung zum 25. Male. Gemessen an der Bedeutung von Stiftung und Kindergarten für Happertshausen und die Gesamtgemeinde hätte man ein rauschendes Fest mit vielen Besuchern erwarten können, doch die grassierende Corona-Pandemie sorgte für eine Vielzahl von Einschränkungen. So blieb das eigentliche Jubiläumsfest am 25. Juli auf einhundert geladene Gäste beschränkt.
Die von Pfarrer Jaroslaw Woch und Gemeindereferentin Johanna Dünninger geleitete Andacht zum Fest schloss eine offizielle Segnung des erst vor wenigen Monaten fertiggestellten dritten Gruppenraumes ein.  Für die musikalische Umrahmung sorgten die Kinder und Erzieherinnen um Leiterin Kerstin Valtenmeier mit einer fröhlichen Begrüßung und Liedern vom Glücklichsein, vom Regenbogen und vom Vertrauen zu Gott. Auch Bürgermeister Möhring freute sich in seinem Grußwort über den Fortbestand und die breite Aktivität des Kindergartens. Nicht nur zum Jubiläum zu gratulieren, sondern auch an den übrigen Tagen des Jahres ein offenes Ohr für die Bedürfnisse der Kleinsten und der Mitarbeiter*innen zu haben, sei, so betonte er, oberstes Gebot der Gemeindeleitung.
Im anschließenden gemütlichen Teil genossen alle Gäste die liebevoll vorbereiteten kulinarischen Köstlichkeiten. Viele nutzten die Gelegenheit zu einer Besichtigung des Kindergartens, der ja seit geraumer Zeit wegen der hohen Infektionsgefahr von den Eltern nicht mehr betreten werden darf. Großen Anklang fand auch eine von Verwaltungschefin und Organisatorin Manuela Handke und Elternbeirätin Tamara Schneider gestaltete Festschrift, in der nicht nur die historischen Meilensteine der Geschichte des Kindergartens – in jüngerer Zeit neben dem Großbrand etwa die Einrichtung der neuen Räume für die Kinderkrippe (2011) und für die zweite Kindergartengruppe (2020) – beleuchtet, sondern auch die aktuellen Erzieherinnen vorgestellt wurden. Für die Kinder zauberte Ballonkünstlerin Corinna Wirsing aus Wülfershausen/Saale geduldig und überaus unterhaltsam ein Potpourri aus Ballontieren und Bulldogs in allen Regenbogenfarben.
Kinder
Kinder, Gäste und Mitarbeiter*innen genossen sichtlich die – wenn auch coronabedingt eingeschränkte – Möglichkeit der Begegnung, auch mit besonderen Gästen wie dem früheren Dekan Werner Vollmuth und dem langjährigen Stiftungsvorstand Robert Krug. Lediglich das Fehlen des erst kürzlich verstorbenen und langjährigen Stiftungsvorstandes Heinrich Grünewald sorgte für etwas Wehmut. Passend zum Jahresthema „Regenbogen“ schien sich aber mit einem Mix aus Sonne und nur zwei kurzen Regenschauern anstelle des vorhergesagten Dauerregens die Hoffnung von Organisatorin Manuela Handke zu erfüllen, auch der Verstorbene möge der Feier „von seiner Wolke aus“ wohlwollend zusehen.

Interview: Y. B.
Bilder: Y. B. & T.S.
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