Adventszauber im Schlosshof

Friesenhausen und Rottenstein lassen das Jubiläumsjahr ausklingen

Sichtbar begonnen hatte das Jubiläumsjahr in Friesenhausen und Rottenstein mit dem Neujahrsempfang, dessen aufwändige Gestaltung schon ein besonderes Licht auf die bevorstehenden Ereignisse warf. Die Eröffnung des historischen Dorfladens, zahlreiche organisatorische Treffen und das Jubiläumswochenende im Juni folgten. Dazu kamen „runde“ Geburtstage der beiden großen Ortsvereine und eine Vielzahl jährlich wiederkehrender Ereignisse. Als wäre das nicht genug, sollte nun auch noch ein besonderer Akt zum Jahresende her, der sich von der Vielzahl der regionalen Dorfweihnachten und Weihnachtsmärkte abhob: Kein Weihnachtsmarkt, ein „Adventszauber“.

Klick zur VergrößerungWer die Helferlisten sah, die für jeden der aufeinander folgenden Festakte kursierten, wer die eng verzahnten Vorbereitungs- und Aufräumarbeiten verfolgte und den ungeheuren Aufwand beobachtete, der vor und während der Feierlichkeiten betrieben wurde, den mochte es wundern, dass die Friesenhäuser und Rottensteiner auch am Ende des Jubiläumsjahres nicht erschöpft wirkten. Fast selbstverständlich kam auf die Einladungen zur Aufbauhilfe für dieses letzte Ereignis des Jubiläumsjahres, Klick zur Vergrößerungdie Ende November in den Briefkästen landeten, am 3. Dezember noch einmal eine stattliche Truppe Helfer zusammen. Was eine Woche später folgte, war eine jahreszeitlich stimmungsvolle Reprise „en miniature“ des Bunten Markttreibens vom 17. Juni, die – so das umgehende Feedback von Gudrun Klopf in der „Mainpost“ – „das Zeug zum Kult hat“.

Klick zur VergrößerungMit Schlosshof und historischem Dorfladen traten zwei Hotspots des Jubiläumswochenendes wieder auf den Plan. Die Kulisse des Schlosses, bei Einbruch der Dunkelheit von einem im Giebel ausgehängten weißen Stern überstrahlt, und die Lichterstraßen, die rund um das Areal platziert worden waren, boten einen spektakulären Anblick. Schlosshof und Nebengebäude gehörten den Liebhabern der Handwerkskunst. Klick zur VergrößerungHier versammelten sich kreative Aussteller und luden zu innovativen Weihnachtseinkäufen ein. Im gegenüberliegenden katholischen Pfarrhaus stellte Regine Gollwitzer Textilkunst aus.

Doch nicht nur das Auge, sondern auch die übrigen Sinne wurden zwischen Schloss und Pfarrhaus verwöhnt: Bratwürste, Crepes, Suppen, Glühwein, Liköre – eine wahre Duftglocke zog Besucher und Einheimische an. Wer dann die Kaffeebar im Inneren des Schlosshofs betrat, fand sich in einem Naturstein-Kaffeehaus mit Gartenblick wieder – der Raum verströmte Charme, Wärme und Duft und lud zum Verweilen bei Kaffee und – wie immer – selbst gebackenem Kuchen ein.

Klick zur VergrößerungGut tat zwischendurch ein Spaziergang entlang der Lichterkette auf den Mauern des Schlossparks bis hin zum historischen Dorfladen von Andrea Meub. In das alte Ladengemäuer drückte mit dem Anstieg der Außentemperaturen Eiseskälte; wer nach der Besichtigung aus dem Laden heraus trat, freute sich an Sonnenlicht und Wärme. Im Inneren aber hatte Andrea Meub wieder durch die bis ins Detail liebevolle Einrichtung für ein heimeliges Gefühl gesorgt; am Weihnachtsbaum präsentierte sie – der Jahreszeit gemäß – historischen Weihnachtsbaumschmuck. Noch zum Ende der offiziell angekündigten Öffnungszeit kündigte sich eine Busladung Besucher an, und viele, die später im Schlosshof verweilten, schwärmten von den im Ladeninneren wiederentdeckten Kindheitserinnerungen.

Erstmals geöffnet waren Garten und Scheune hinter dem Dorfladen, wo fleißige Rottensteiner die Gäste bis zur Schließzeit des Ladens unter anderem mit Glühwein versorgten – um danach gemeinsam mit Andrea Meub direkt zum Schlosshof zu ziehen und dort weiter zu helfen.

Klick zur VergrößerungAuch die schönen Künste fanden ihren Platz im Programm. Zum Auftakt spielten die „Jungen Friesenhäuser“ unter bewährter Leitung von Martin Hofmann. Der Chor „Christmas“ bot mit hellen Stimmen besinnliche Weisen dar. Dass Musik in Friesenhausen generationsübergreifende Familiensache ist, zeigte sich im Anschluss bei den Auftritten des Posaunenchors und der Haßbergkapelle. Väter und Mütter standen neben ihren Söhnen und Töchtern und tauchten gemeinsam das Schlossareal in weihnachtliche Klänge. Anders als noch zum Jubiläumswochenende beschränkte sich das Angebot aber nicht nur auf musikalische Darbietungen. Im Eingangsbereich des Schlosses wurden Märchen für Kinder und Erwachsene erzählt und – etwas später – in lockerer Runde rund um die Familien von Eichborn und von Truchseß gemeinsam christliche Adventslieder gesungen. Überfüllt war der Schlosseingang beim mit Spannung erwarteten Auftritt der „Jungen Gaukler“. Die Theatergruppe aus Nachwuchsschauspielern um Regisseurin Doris Hofmann und Assistentin Christine Lutz präsentierte die einaktige Komödie „Ein Pfarrer lügt doch nicht“. Gewiss, so mancher Darsteller konnte nicht verbergen, nicht nur schauspielerischer, sondern auch biologischer Nachfahre aktueller Mitglieder der erfolgreichen Friesenhäuser „Fahrenden Gaukler“ zu sein. Dennoch gelang es den jungen Leuten, sich in beeindruckender Weise frei zu spielen. Entsprechend bejubelt wurden sie – auch von den „alten“ Gauklern, derer sich mehrere im Publikum fanden.

Nun, nach dem Ausklang des Ausklangs, können Friesenhausen und Rottenstein innehalten und die Eindrücke des Jubiläumsjahres verarbeiten, ehe im Januar mit der alljährlichen Theatersaison wieder ein ganz „normales“ Jahr in den beiden Gemeinden anbricht. Es bleibt mit Spannung zu erwarten, was von der Euphorie des Jubiläumsmarathons bleibt. Vielleicht ja, wenn die Anregung von Gudrun Klopf Gehör finden will, der „Adventszauber“ mit dem „Zeug zum Kult“.

Y. Bruckauf

 
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